Wer im Misserfolg Kritik akzeptiert, hat im Erfolg auch das Lob verdient

von | 21.11.21 | 88 Kommentare

Die ernst zu nehmenden Komplimente kommen immer von außen. Und gestern suchte Mersad Selimbegovic erst gar keinerlei Ausflüchte. „Das war eine verdiente Niederlage, da brauchen wir nicht lange drum herumzureden», sagte der Trainer des SSV Jahn Regensburg nach dem 1:4 . der HSV sei mit seiner Angriffswucht einfach zu stark für seine Mannschaft gewesen, die trotz der Niederlage in der Spitzengruppe der 2. Fußball-Bundesliga weiter vor dem HSV ist. „Der HSV war wirklich gut, sehr variabel, sehr schnell im Spiel mit dem Ball. Wir sind oft nur hinterhergerannt“, befand Selimbegovic. „Hamburg war die bessere Mannschaft, wir haben leider sehr selten Zugriff auf das Spiel bekommen“, kommentierte Abwehr-Routinier Sebastian Nachreiner, ehe sein Trainer sehr schnell einen Haken hinter die Niederlage zu machen wusste, indem er aus meiner Sicht dem HSV das größte Kompliment des Tages machte: „Das ist eine Niederlage, die nicht ganz so weh tut.“

Denn dafür war der HSV an diesem Sonnabend gegen den Tabellenzweiten einfach zu gut, als dass sich Selimbegovic lange ärgern wollte. Und damit hat er Recht. Auch ich habe seit sehr langer Zeit kein Spiel des HSV gesehen, dass so konstant stark von der ersten bis zur 90. Minute gespielt wurde. Klar gab es immer wieder Spiele, in denen der HSV eine Halbzeit lang oder manchmal auch etwas länger, derart dominant auftrat und sich derart viele Chancen herausspielte. Aber das 4:1 gegen Regensburg lieferte einen ganz kleinen, aber sehr entscheidenden Unterschied: Der HSV spielte in einer ausbalancierten Art einen Offensivfußball, wie ihn Walter immer wieder fordert – und diesmal auch erfolgreich über die gesamten 90 Minuten. Dass darin auch etwas schwächere fünf Minuten zwischen Ausgleichstreffer und dem 2:1 lagen, das lässt sich nie ausschließen. Entscheidend hierbei war, wie der HSV zurückkam und weitermachte.

Die HSV-Achse war stabil – die Balance stimmte

Ebenfalls sehr entscheidend in diesem Spiel war, dass der HSV eine richtig stark agierende Mittelachse hatte. Johansson, Schonlau (mit Vuskovic im Verbund), Meffert und der alle überragende Sonny Kittel funktionierten spielerisch und in Sachen Führung auf dem Platz so gut, dass alle Spieler daneben aufzublühen wusste. Wer sich mal angesehen hat, wie oft Kittel seine Mitspieler (insbesondere Alidou) gestellt und angewiesen hat (beispielhaft vor dem Pass zum 2:1 von Aidou), der wird genau erkennen und wissen, was ich meine. „Man merkt, wie sehr Sonny gereift ist, wie er Verantwortung für das Team übernimmt und dass er in dieser Rolle unglaublich wichtig für die Mannschaft ist“, freute sich Trainer Tim Walter nach Spielschluss. Zurecht, wie ich finde. Denn wer wie er im Misserfolg (oder bei Teilerfolgen) immer wieder Kritik hinnehmen musste, der hat auch Komplimente im Erfolgsfall verdient. Und die bekommt der Trainer von mir heute – mit Freude.

Denn nicht nur Kittel, Alidou oder sonst ein Feldspieler waren entscheidend – diesmal passte auch sehr viel von dem, was Tim Walter seit Wochen von seiner Mannschaft sehen will. Die Balance stimmte. Sicherlich auch, weil Regensburg nicht gut ins Spiel kam – das aber lag zum größten Teil daran, dass der HSV es gar nicht zuließ. Vorne ackerte Robert Glatzel für drei – vergaß darüber hinaus nur leider wieder das Toreschießen. Denn gestern hatte er mindesten zwei Hundertprozentige, die er liegen ließ. Im Mittelfeldzentrum organisierte Meffert alles und hinten schienen mit Schonlau und Vuskovic zwei starke Innenverteidiger unüberwindbar zu sein, während rechts Heyer mit einer vergleichsweise durchschnittlichen Leistung ebenso alles im Griff hatte, wie auf der anderen Seite der immer besser werdende Miro Muheim, den ich gern häufiger so geil aggressiv sehen würde wie gestern.

Kurzum: Es passte nach hinten – und nach vorn hatte der HSV mit Jatta und Alidou über außen zwei ständige Unruheherde und mit Kittel den überragenden Mann auf dem Platz, der denn Regensburgern schon Schweiß auf die Stirn trieb, wenn er sich nur in der Nähe des Balles aufhielt. Und das zurecht. Drei Tore bereitete er vor, darunter auch sein eigenes per rausgeholten Foulelfmeter. Mehr geht kaum. Und ich behaupte an dieser Stelle gern noch einmal: Bislang haben noch alle Trainer behauptet, Kittel sei ein Leader auf dem Platz. Ihn wirklich dazu gebracht, diese Rolle auch so anzunehmen und vor allem auch auszufüllen, das hatte bislang noch kein Trainer geschafft. Bis auf Walter jetzt offenbar.

Das 4:1 war auch ein Sieg von und für Tim Walter

Insgesamt kann man das gestrige Spiel auch als Walter-Sieg bezeichnen. Denn es wurde gewonnen. „Dass uns mit so vielen jungen Spielern solch eine beeindruckende Leistung gelungen ist, das macht mich schon stolz auf unsere Mannschaft“, hatte Sonny Kittel nach Spielschluss gesagt und damit deutlich gemacht, dass die Mannschaft bereit ist, den neuen Weg zu gehen. Es wird nicht darüber gejammert, wer alles fehlt, sondern es wird angenommen und gemacht.

Machen statt reden ist das Walter-Motto. Verantwortung übernehmen wie im Fall Kittel – und das mit vielen jungen Spielern, die ihre beste Zeit noch vor sich haben. Der Trainer lebt es vor. Und er verändert vieles. Einiges so, dass ich es kritisiere. Aber er verändert mit Mut und Überzeugung. Von daher: Ebenso wie er dafür in den letzten Wochen zurecht auf den Deckel bekommen hat, darf er nach diesem sehr starken HSV-Spiel die Komplimente für selbiges auch zu einem ganz großen Teil auf sich beziehen. Behaupte ich. 

Entscheidend bei allem aber ist, dass man sich schon am Tag nach der Jubelarie auf die nächste Aufgabe fokussiert und analysiert, was man beibehalten muss – und was besser werden muss. Denn auch davon bot das gestrige Spiel noch einiges. Es passt nur heute noch nicht rein. Heute darf man sich noch einmal mit viel Freude das gestrige Spiel anschauen, das ich für das bislang beste in dieser Saison halte. Viel Spaß dabei: 

In diesem Sinne, bis morgen! Das soll es für diesen trainingsfreien Sonntag (Montag ist auch och frei) gewesen sein. Ich melde mich morgen wieder um 7.30 Uhr mit dem MorningCall. Bis dahin, bleibt gesund!

Scholle  

Marcus Scholz

Marcus Scholz

Sportjournalist Marcus „Scholle“ Scholz hat sich in mehr als 20 Jahren als HSV-Reporter bundesweit als Gast in renommierten TV-Sendungen einen anerkannten Namen gemacht. Nach „Matzab“ und der „Rautenperle“, die Scholle beide zu digitalen Erfolgen pushte und sogar auf Rang 6 und 7 im nationalen Fußballblog-Ranking platzieren konnte, ist „MoinVolkspark“ sein erster komplett eigener Blog über den HSV. Zusammen mit einem Team aus jungen, hungrigen HSV-Freunden wird dabei wie zuletzt auch 24/7 auf unterschiedlichen Kanälen über den HSV mit den täglich neuesten News und Entwicklungen in Wort, Bild und Ton berichtet. Scholles Motto allein macht schon deutlich, worum es ihm hier geht: „Ein Tag ohne den HSV ist ein verlorener Tag.“

Über Moin Volkspark

Moin Volkspark – das ist ein Team aus jungen Menschen, die sich seit vielen Jahren mit dem HSV beschäftigen und ihre facettenreichen Fähigkeiten so einbringen, dass hier heute eine Plattform entsteht, die den Anspruch hat, HSV-Freunde und -Interessierte vollumfänglich zu informieren und zu unterhalten.

Das Ganze gepaart mit der Expertise des bekannten Sportjournalisten Marcus „Scholle“ Scholz, der beim HSV seit mehr als 21 Jahren 24/7 am Ball ist, bietet ein Maximalmaß an objektiver Informationen und  zeitgemäßer Unterhaltung. Ziel ist es, hier frischen, dynamischen Content zu bieten, der sich wohltuend von der allgemeinen Journaille abhebt.

Moin Volkspark ist aber nicht nur ein Ort, um sich zu informieren, sondern soll auch immer ein Ort des Austausches und des Miteinanders sein. Wir wollen eurer Leidenschaft einen Platz im Netz bieten: zum Diskutieren im Forum, zum Mitfiebern bei Live-Events. Und natürlich zum Mitmachen in unseren vielfältig angelegten Video-Formaten. Eure Freude, Eure Trauer, Euer Jubel und Eure Wut haben hier Ihren Platz, solange alles respektvoll formuliert und artikuliert wird.

Moin Volkspark steht für ein leidenschaftliches Miteinander und ist der Zusammenschluss dessen, was eigentlich schon seit langer Zeit zusammengehört.

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Flotti McFlott
6 Tage zuvor

Sorry, mir ist das (vor allem von Seiten der Presse) schon wieder zuviel Lobhudelei!

„King Kittel“

„Vuskovic und Johansson die Mentalitätsmonster“

Bei solchen Stilblüten kann ich mir nur an den Kopf greifen…🤦🏾‍♂️

Und auch ebenjener King Kittel reißt schon wieder ganz gut den Hals auf. Nicht missverstehen, er hat gerade einen guten Lauf und ist natürlich – wenn er alles abruft – der beste Kicker im Kader, aber warum kann er seinen Presseboykott nicht einfach fortsetzen und sich auf sein Spiel fokussieren? Ich war schon immer ein großer Fan von ihm, zu lange wurde er von Ahorn H. danieder gehalten, aber der bremer Vitalitätsverweigerer ist gottseidank Geschichte. Jetzt muss Jonny einfach mal die Arschbacken zusammenkneifen und dauerhaft abliefern!

Es wurde noch nichts, aber auch garnichts erreicht und der gestrige Sieg war das erste Spiel in dieser Saison, in dem – mit kleinen Abstrichen in HZ1 – über 90 Minuten überzeugt wurde!

Natürlich wird mir jetzt wieder „dauerhaftes Negativgeschreibsel“ vorgeworfen, aber das ist zu kurz gesprungen meine lieben Freunde. Es hat nichts mit Schwarzmalerei zu tun, der HSV hat in den letzten Jahren immer und immer und immer wieder bewiesen: wenn es drauf ankommt, wird verkackt! Das sind Tatsachen, die nunmal nicht weggehüpft werden können…

Zeit, dass der HSV diese Spirale durchbricht und mir das Maul stopft! 😉

Last edited 6 Tage zuvor by Flotti McFlott
US73
5 Tage zuvor

Mein Fazit zum Sieg gegen Regensburg:

Hoch verdient.
Die mit Abstand beste Saison-Leistung, und das über fast 90 Minuten.
Gefühlt war Regensburg in den ersten 10 Spielminuten überhaupt nicht am Ball, während der HSV schon 3-4 gute Chancen kreirte, wobei mindestens eine ein Tor hätte sein müssen.

Das 1:0 fiel spät, aber leistungsgerecht folgerichtig.

Dem 1:1 geht eine Unaufmerksamkeit von Jatta im Mittelfeld voraus, und Regensburg erkennt die Chance, kommt mit 2 vertikalen Pässen zum Abschluß.

Johansson, der sonst ein gutes Spiel machte und in einigen Situationen sein Können zeigen konnte, war sichtlich überrascht von dem Schuß, und stand in dieser Situation unglücklich. Ein Top-Keeper macht das kurze Eck zu, und der Schütze muss dann schon ebenfalls aus dem Top-Regal kommen, um dann das lange Eck mit dem rechten Fuß aus halb-rechter Position zu treffen.

Bewundernswert die Moral des HSV. Es wurde sofort weiter gemacht, das 2:1 fiel eigentlich im Anschluß, auch wenn Kittels Knie dabei leider leicht im Abseits war – aber ein sehr schöner Spielzug. Und ich hätte Jatta das Tor gegönnt. Denn er ist nunmal leider nicht der „scorer“, aber sein Arbeitseinsatz offensiv wie defensiv ist schon bemerkenswert.

Der HSV machte aber weiter, und die Kombination von Kittel zu Alidou und dessen Abschluß waren bundesligareif. So geht Fussball!

Bevor ich es vergesse:
Die schnellen Direktpässe des HSV waren ein Schlüssel, und der neue Rasen hat hierbei sehr geholfen. Jeder Pass verliert an Schärfe und Geschwindigkeit, wenn der Rumpel-Rasen diesen hüpfen lässt.
Warum der Austausch des Rasens – angeblich 100.000 € Kosten – diesesmal 1,5 Jahre warten musste, obwohl früher diese Investition 2mal jährlich getätigt wurde?
Nun, Wettstein hat in der Corona-Pandemie lieber 15 neue Angestellte verpflichtet.

Auch die Nati musste unter dem Rumpel-Rasen leiden – leider setzt das Management immer noch die falschen Prioritäten.

Weiter.

Der HSV kam auch in Halbzeit 2 sofort wach aus der Kabine. Und ich hatte nie Sorge, dass das noch schief gehen könnte.

Gefreut habe ich mich auch über das Tor von unserem Finnen, der auch defensiv immer zur Stelle ist. Ansi Suhonen hat den Charakter, den ich Felidae Alidou wünschen würde.

Was das „Raute-Küssen“ noch Wert ist, werden wir spätestens im Juni 2022 erfahren.

Ja, Alidou ist technisch sehr gut, hat gute Tricks etc.
Aber: Seine Luft reicht nur für 40 Minuten, wie auch in den Spielen zuvor.

Wahrscheinlich hat Hrubesch Alidou deshalb nicht für höhere Aufgaben empfohlen.
Er dürfte ihn schon länger kennen. Da scheint es – auch nach Studium diverser Quellen – an der Einstellung zum Profi-Sport zu mangeln.
Ein guter Berater würde dem Jungen einen persönlichen Fitness-Trainer empfehlen, und einen Koch für Sportler-spezifische Ernährung.
Talent ist das eine, Fleiß das andere.

Ich befürchte, Alidou wird den HSV im Sommer verlassen. Aber ich befürchte für Alidou, dass er sein Talent auch woanders vergeuden wird. Eljero Elia lässt grüssen, Und der war deutlich fitter. Aber auch sehr schlecht beraten.

Verlassen wird uns im Sommer auch DHF. Der ist auf der Linie ein Handball-Torwart – mit sensationellen Reflexen, aber seine Strafraum-Beherrschung war vor dieser Saison eher mangelhaft. Daran hat er gearbeitet, auch dank unseres neuen Torwart-Trainers.
DHF war echt eine Stütze diese Saison bislang – erinnert sei an seine sensationellen Taten auf Schalke oder gegen Bremen.

Wenn ich mich richtig erinnere, haben wir für DHF Ablöse gezahlt. Und im Sommer geht er ablösefrei, wie auch Alidou.

Was macht unser Sport-Management eigentlich beruflich?

Wenn Scholles „Weg“ der richtige sein sollte, Talente früher zu entdecken, auszubilden und mit Gewinn zu verkaufen (Freiburg und Amsterdam lassen grüssen), wann folgt das Management diesem Weg?

Wir haben kein „Tafelsilber“ mehr – auch das Stadiongrundstück gehört uns nicht mehr!
Jedes Talent, welches ablösefrei den HSV verlässt, ist ein grober Management-Fehler.

An dem Tag, wo der Trainer einen Alidou zum Training/Kader der ersten Mannschaft beruft, hat das Management den Vertrag zu klären.
Mit einer Verlängerung, mit Boni für Einsätze und Erfolge.
Verweigert der Spieler das, darf der Trainer ihn nicht einsetzen – so funktioniert Wirtschaft.

Niemand in der freien Wirtschaft gibt eine Erfindung – hier Entdeckung – preis, ohne sich Patentschutz – hier Vertragsverlängerung – zu sichern.

Außer – ihm ist das Wohl seines Arbeitgebers nicht so wichtig…

Was es sonst noch gibt:

Ich danke D. Thioune für das Mitbringen von Heyer. Steht immer richtig, hat das Auge und das Herz, richtig zu handeln. Was für ein Klasse-Kicker, absolut vorbildliche Einstellung.

Sonny Kittel wird im Spiel gegen Ingolstadt doppelte Schienbeinschützer anlegen müssen – soviel Freiraum wird er ungestraft nicht mehr bekommen.

Muheim hat sehr solide gespielt – das war nach seinen Leistungen zuvor nicht unbedingt zu erwarten.

Das Beste zum Schluß:
Auch wenn ich unseren Trainer nicht unbedingt für einen Ausbund an Eloquenz und Intellekt halte – er hat seine „Schäfchen“ eingefangen, sie folgen ihm.
Und das werden sie weiterhin tun, denn seine „Feldwebel-Attitüde“ wird auch ein hartes Wintertrainingslager vorsehen.
Vielleicht ist TW nicht der beste Trainer, aber wahrscheinlich der „Richtige“, Fitness und Moral in die Truppe zu bringen.

Und sonst noch, auch wenn ich gleich wieder Schelte von Aleksandar bekomme:
Lasst Euch bitte impfen, nehmt auch den Booster.
Diese verdammte Pandemie wird auch erneut schwere Einnahmeverluste bedeuten – in Kinos, Restaurants, bei Konzerten – und Sportveranstaltungen…

Und, nein, ich bekomme kein Geld von der Politik für diesen Appell.
Wie auch? Zeitgleich erlässt Markus Söder für 8 Regionen in Bayern den Notstand, während in Köln die Jecken den Beginn der Karnevalssaison feiern.

Kopfschütteln. „It’s a mad world“, sangen einst mal Tears for fears.

Bleibt gesund, bleibt wach, bleibt kritisch – NUR DER HSV 🙂

Didi
6 Tage zuvor

Gefühlt ist es lange her, dass der HSV am 14. Spieltag sein bestes Saisonspiel machte. Meist ging es zu diesem Zeitpunkt eher schon in die andere Richtung.

Lohnt sich da etwa doch Geduld und gibt es sowas wie eine Entwicklung?

Ist Walter vielleicht doch der Trainer, der den HSV wieder nach oben bringen kann?

Die vorhergesagten Klatschen gegen Bremen, Paderborn oder Regensburg sind jedenfalls ausgeblieben.

Ich bin nicht fein mit der 2. Liga, aber mit Mannschaft und Trainer bin ich es derzeit.

Air Bäron
6 Tage zuvor

Ein gutes Spiel, verdienter Sieg. Keine Trendwende, und auch kein Höhenflug. Nun gegen Ingolstadt souverän nachlegen und wir können vielleicht auf einen Lauf hoffen.

Dennoch, optimistisch abwarten. Das Gegentor nochmals analysieren. Die Einstellung beibehalten.
Das wird mühselig bleiben.

Aber das, was Kittel & Alidou präsentiert haben war schon die Creme des Zweitligafußballs. ⚫️⚪️🔵
Gerne mehr davon.

Rotkaeppchen1966
5 Tage zuvor

„MOPO“ und „Abendblatt“ schreiben, dass es bezüglich der Verlängerung von Alidou gute Chancen für den HSV gibt.
Gute Nachrichten nach einem wirklich guten Spiel von ihm und den anderen Jungs.
Und auch wenn diese Aussage mehr als inflationär gebraucht wird, an kaum einem anderem Spieltag passte so sehr wie an diesem Samstag:
Endlich hat sich das Team mal für seinen Aufwand belohnt.
Sicherlich schwingt dann wieder die Hoffnung vom „Durchbruch“ mit, aber der Glaube (also meiner) daran kann nur mit einem Sieg gegen Ingolstadt gestärkt werden.
Das Spiel und das Interview von Kittel machten zumindest deutlich, dass dass das Team den vielen Remis trotzen kann, zusammen hält und wohl an sich und Walters Auffassung vom Spiel glaubt – sehr schön.
Die Stimmung im Stadion kann im Übrigen auch durchaus vom Spielverlauf abhängen und nicht nur von den Ultras.

Fuxi
6 Tage zuvor

Sonntagabend. Alles wie immer – außer dass ich etwas im Stress bin, weil ich gleich Fußball gucken will.

Zwei Spiele weniger absolviert, und doch mit drei Punkten Vorsprung Tabellenführer – wenn man nach den Minuspunkten – also der Summe der nicht gewonnenen Punkte – geht, scheint dem HSV nach gerade 9 von 22 Partien die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga nur noch durch eigene Blödheit zu nehmen zu sein. Denn nach dem 11. Spieltag der Regionalliga Nord stehen beim HSV nur zwei verlorene Punkte auf dem Tableau, bei Hannover 96 schon 11 und beim TuS Büppel 12. Gegen ATS Buntentor fuhren die Rothosen beim 3:0 den achten Sieg im neunten Spiel ein. Zu Anfang gestatteten sie den Bremerinnen allerdings zwei Großchancen, die diese zum Glück ungenutzt ließen. Zur Strafe gab es auf der Gegenseite was von der Grundlinie: U17-Nationalspielerin Svea Stoldt von links auf Emilia Hirche – 1:0 nach 27 Minuten. In der 40. Minute folgte eine ähnliche Szene, nur war es dieses Mal die türkische U19-Nationalspielerin Beyza Kara, die mit ihrem Querpass die deutsche U19-Nationalspielerin Sophie Nachtigall fand und deren sechsten Saisontreffer auflegte. In einem insgesamt aber eher mäßigen Spiel sorgte Laura Henke zehn Minuten vor Schluss für den 3:0-Endstand, nachdem die ebenfalls eingewechselte Hannah Günther (2019 drei U15-Länderspiele, ein Tor) sie allein auf die Reise geschickt hatte.
Der HSV nutzte also die Patzer der Konkurrenz. Der bisherige Tabellenführer Hannover 96 verlor zuhause gegen Werder Bremen II. mit 0:2, und der Verfolger TuS Büppel kam auswärts beim Walddörfer SV nur zu einem 1:1.

Tabellenführer – das Gefühl kennt die Zweite in der Oberliga ja auch. Und das Gefühl hält weiter an. Beim WTSV Concordia – der mit den Ex-Rothosen Nadine Odzakovic, Michelle Hille und Kimberley Pusch startete – gewannen sie mit 5:1 und verteidigten ihren Platz an der Sonne gegen den Angriff des ETV, der beim TuS Berne mit 5:0 siegte. Concordia ging in der ersten Minute in Führung. Erst kurz vor dem Pausenpfiff wendete Lucy Schwark das Blatt mit dem Ausgleich. Nach dem Seitenwechsel brachte Julijana Mavrak die Rothosen dann auf die Siegerstraße (54.). Schwark besorgte eine Viertelstunde vor Schluss die Vorentscheidung, ehe die Schwestern Hannah und Philine Diekhoff (die älteste Schwester Henrike spielt aus Zeitgründen in der Dritten) mit ihren Treffern das Resultat abrundeten. Das Abendspiel des SC Victoria gegen Bergedorf 85 wurde abgesetzt, dennoch bleibt Vicky Dritter, allerdings mit gehörigem Abstand. Maximal drei Siege noch, dann hat die Zweite schon mal den Klassenerhalt sicher…

Für die dritte Mannschaft sind es in der Bezirksliga West noch vier Siege zum Klassenerhalt. Da stand das kleinste Derby an diesem Sonntag an, und der HSV ließ keine Zweifel aufkommen. Gegen den FC St. Pauli III. schossen Maya Steen, Stefanie Pätzmann und Lara Jona nach 8 Minuten ein 3:0 heraus. Zehn Minuten später hatten Amely Jaekel mit einem Dreierpack und Jona mit ihrem zweiten Tor schon auf 7:0 gestellt. Pätzmann zog dann zunächst mit Jaekel gleich, aber die konterte mit ihrem vierten Tor, und so stand es zur Pause schon 10:0 für den HSV. Nach 54 Minuten ließen es die Rothosen mit dem Toreschießen dann sein – 13 Tore waren der Demütigung genug, dank Jessica Torres Gomez, Lara Jona und Katharina Köppe. Pauli kam durch die eingewechselte Marie Prang nur noch zum Ehrentreffer. Zum Abfangen des ETV II. kam es trotzdem nicht, die Eimsbüttelerinnen siegten beim SV Eidelstedt mit 4:0. Trotzdem war der Sieg wichtig, denn der SVE hängt jetzt drei Zähler hinter dem HSV. Noch dazwischen: Komet Blankenese II. nach einem 1:0-Sieg gegen Union Tornesch II.. Aber auf Platz 5 lauert auch noch der SC Sternschanze II., ebenfalls drei Punkte hinter dem HSV. Die ersten fünf von zwölf Teams sind zur Saisonhalbzeit nur sechs Punkte auseinander – derart stark ist diese sechste Liga dieses Jahr!

Für die U17 ist in der Bundesliga die Tabellenspitze wieder näher gerückt. Nach dem 5:0 gegen die SpVg Aurich – immerhin Tabellenfünfte! – rückten sie bei einem Spiel weniger bis auf fünf Punkte an Platz eins heran. Dafür sorgten die Treffer von Lilly Krüger (20., 35.), Pia Topel (34.) und Maya Krieter (38., 40.+1) schon in der ersten Halbzeit. Wie schnell man gegen ein Team aus dem Mittelfeld patzen kann, demonstrierte der bisherige Tabellenführer VfL Wolfsburg, der beim Magdeburger FFC über ein 1:1 nicht hinaus kam und Platz 1 an den SV Meppen (2:1 gegen Hannover 96) abgeben musste.

Vier Spiele im Frauenbereich, vier Siege – das macht Spaß!
Spielverderber an diesem Wochenende waren mal nicht die Herren in der 2. Bundesliga und auch nicht der Regionalliga-Nachwuchs, der Drittliga-Absteiger VfB Lübeck mit 3:0 putzte. Nein, es mussten die 3. Herren in der Oberliga sein, für die der Tabellenzweite SC Victoria beim 0:3 eine Nummer zu groß war. Die männlichen U19 und U17 hatten spielfrei.

Für die Oberliga-Frauen geht es übrigens am Mittwochabend schon weiter. Da steht um 19:30 Uhr das vorgezogene Spiel des 12. Spieltags beim Viertplatzierten SC Eilbek auf dem Plan. Dann geht es gegen die Ex-HSVerinnen Manja Rickert und Emma Burdorf-Sick.

So, ich geh dann mal MLS gucken. Schöne Woche!

Last edited 5 Tage zuvor by Fuxi
Polkateddy
6 Tage zuvor

Schalke, Werder, Paderborn und jetzt Regensburg. Die obere Tabellenregion bereitet uns offenbar weniger Probleme. Jetzt ist die Frage nach dem Warum relativ offen. Warum habe nicht nur ich die Erwartung, dass die Mannschaft aus den letzten 3 Begegnungen der Hinrunde gegen Ingolstadt und Rostock zuhause, als auch gegen Hannover von 9 möglichen Punkten nur ein Bruchteil geholt wird? Warum kann die Mannschaft gegen diese Teams oft nicht derart motiviert ins Spiel gehen, dass zwangsläufig 3 Punkte herauskommen? Ich denke das gilt es ganz schnell herauszufinden, dann haben wir den Schlüssel für die erfolgreiche Saison gefunden und alles ist möglich.
Einen schönen Restsonntag noch 🖐️

Christian Mönsters
5 Tage zuvor

Frage an unsere Trainingsbeobachter:

Ludovit Reis sagte nach dem Spiel bezogen auf sein Tor dass diese Art von Torabschlüssen intensiv im Training trainiert wurden.

Ich höre hier doch immer wieder dass kaum Torabschlüsse trainiert werden, oder liege ich da falsch ?

Folker Mannfrahs
6 Tage zuvor

Super HSV
Super Zverev☀️

RummsBumms
6 Tage zuvor

Kittel darf nicht hadern u er muss sich auch durchsetzen, wenn er härter angegangen wird. Das gilt es zu zeigen. Deshalb bleibe ich da skeptisch, ob er der echte Führungsspieler wird.
Unbestritten würde es uns gut tun.
Diese Entwicklung ist tatsächlich Walter zuzuschreiben, weil er vollständig auf Kittel setzte.
Bis Weihnachten müssen noch 10 Punkte her u der Verein wäre vollständig im Soll.
Zumindest sportlich…..
Im Management bleiben Baustellen u Fragezeichen. Die Finanzen sind katastrophal….Lösungen sind nicht in Sicht. Alidous beschämende Vertragssituation ist sinnbildlich für die Schläfer vom Management.
Unabhängig vom Sportlichen hat dort die Kehrmaschine durchzufahren und einige Personen aufzuladen.

Norbert Schröder
6 Tage zuvor

Ich bin ja schon 5 Jahrzehnte HSV Fan. Dieses Spiel nach der Ländespielpause war wirklich bemerkenswert. Normalerweise sind solche behäbig und wenig inspirierend. Ich hatte immer gedacht, nach 2 Wochen geht es mit der Mannschaft weiter nach vorne. Besonders enttäuschend waren da die Zeiten unter Bruno L. Jetzt, unter diesem Trainer wurden die 2 Wochen wohl genutzt, oder wie Spnny Kittel sagte… „…Arbeit lohnt sich…“ Sehr schön. Die Chemie zwischen der Mannschaft und dem Trainer stimmt.

profikommentator
6 Tage zuvor

Jedes Lob für Jatta ist verdient, darum hat er einen Stammplatz. Genau so muss Walter das sehen. Der Erfolg gibt beiden Recht.

RAIBI
6 Tage zuvor

Trainingsfrei am Montag? Wenn Ingolstadt Kittel in Manndeckung nimmt, 1-2 Mal auf die Füße tritt, haben wir wieder unseren alten Sonny! Man sollte noch den Zauberfuss aus UK bringen.

Last edited 6 Tage zuvor by RAIBI
Rautenhopper
6 Tage zuvor

Aus meiner Sicht das beste Spiel in diesem Jahr. Und vorallem auch das erste überzeugende Spiel unter Walter. Es gilt jetzt die Leistung in den nächsten Wochen zu bestätigen gegen ender kleinere bzw. gegen Mannschaften aus dem unteren drittel, aber gegen genau diese Mannschaften haben wir uns meist schwer getan.

Es war ein überzeugender gegen ein ender schwaches regensburg aber die abwehr war sehr stabil und vorallem muheim kommt immer mehr rein auch johansson und vuskovic haben ein ordentlicher auftritt geboten. Ferro und david sehr gut vetreten.

Aber was man doch auch kritisieren muss. Für das 1-0 hat musste der hsv viel aufwand betreiben und es wurden sehr sehr gute chancen liegen gelassen und das man nach 30 min endlich 1-0 führte und dann gefühlt in der nächsten situation das 1-1 bekommt.

Ich persönlich würde die zeit bis zum jahresende nutzen und nach einem weiteren stürmer scouten. Bei glatzel ist ein wenig der wurm drin und bei seinen vetretern macht es auch nicht den anschein, dass sie eine verstärkung wären.

Und auch auf dem rechten flügel müssen sich die verantwortlichen überlegen ob jemand aus der U21 zu der ersten stossen kann wie ein velasco oder sonst auch noch schauen ob da was geht auf dem markt jatta und wintzi überzeugen leider überhaupt nicht

Fussball-Magier
6 Tage zuvor

Nach diesen Sieg kann man die Woche mal richtig geniessen.
Wäre schön, wenn man mal einige Spiele in Folge gewinnen könnte.

Ekstase
6 Tage zuvor

Wenn Walter mal gehen muss wird er verabschiedet wie ein Chemielaborant:
Tim du kannst gehen ! Und vergiß deinen Kittel nicht 😉

uwe twiehaus
5 Tage zuvor

Die sogenannten Volksparteien sammeln ihre letzten Patronen zusammen, und der aufrichtige Fußball Fan hinterfragt den Normalzustand und den Sinn und Zweck mancher Veranstaltungen! Scholle, es gibt genug Themen, die auch unseren HSV betreffen und von dir leider erst aufgegriffen werden, wenn jedes beliebige Lümmelblatt es schon durchgekaut hat. So langsam wünsche mir, dass du einmal aus der Reserve kommst und die Kinder beim Namen nennst! Wer im Misserfolg Kritik akzeptiert, hat im Erfolg auch das Lob verdient?

Micha Barbarez
6 Tage zuvor

Das Spiel könnte (hoffentlich) der lang erwartete Befreiungsschlag werden. Gegen Ingolstadt – die mit Abstand schwächste Truppe der zweiten Liga- muss jetzt zwingend nach gelegt werden. Vielleicht ist es ja ganz gut, wenn man dieses Mal in der Rückrunde etwas aus dem Windschatten kommt und nicht wieder einen großen Vorsprung verspielt. Ich freue mich jedenfalls darauf das Spiel gegen Ingolstadt zu sehen, das war ja auch nicht immer so.

uwe twiehaus
6 Tage zuvor

Ein Himmel voller Sprüche, bis Knecht Ruprecht kommt? (Der HSV spielte in einer ausbalancierten Art einen Offensivfußball, wie ihn Walter immer wieder fordert) (Die HSV-Achse war stabil – die Balance stimmte)
(Machen statt reden ist das Walter-Motto)
Hoffentlich müssen wir nicht wieder die Rasier Creme herausholen!

Kosinus
6 Tage zuvor

Was kann ich tun, dass Alidou bei uns verlängert?

Jörg Meyer
5 Tage zuvor

Tolles Spiel, super gekämpft und absolut verdient gewonnen. Jetzt kommt es darauf an diese Leistung zu kompensieren und nicht wieder die extremen Ausschläge nach unten zu haben. Das sie es können hat man vorher schon teilweise in anderen Spielen gesehen, jetzt heißt es diese Leistung regelmäßig am Spieltag über 90 min abzurufen. Mir zeigt es das es weniger an der spielerischen Klasse gelegen hat, sondern vor allem ein mentales Problem war. Ich hoffe der Schalter kann nun regelmäßig umgelegt werden, dann kommt der Rest von selbst.

Folker Mannfrahs
5 Tage zuvor

Alidou sollte sich mal ein paar Interviews von Zverev und seinem Bruder reinziehen.
sein Bruder:
als begannen und einen 10 km Lauf gemacht hatten, hörte ich auf, aber Sascha lief einfach noch mal 10 km!!!

wie feiert ihr den ATP Sieg in Turin ?
Champagner?
wir trinken keine Alkohol!!!!
Jetzt Urlaub????
Ja, aber nach ein paar Tagen fangen wir wieder mit dem Training an!!!!

Sascha: Australien Open kommen schnell; ich will Nummer 1 werden!!!!!!!

alwaysHSV
5 Tage zuvor

Kittel ist beim Kicker „Spieler des Tages“ in der 2. Liga und gemeinsam mit Alidou in der
„Elf des Tages“. Sicherlich verdient. Für Kittel die erste Berufung in dieser Saison was bei einem Spieler seiner Qualität eigentlich zu wenig ist.

adalgisa
5 Tage zuvor

Immerhin mußten wir bis zum 14. Spieltag warten, bis die Mannschaft über 90 Minuten ein gutes Spiel hinlegte. Das Gegentor war allerdings wieder aus der Kategorie „wie immer“. Da Regensburg aber nur phasenweise dagegen halten konnte, geriet der Sieg nie wirklich in Gefahr. Wenn dieses Spiel kein Einzelfall bleibt, ist bei der überschaubaren Qualität der Liga natürlich noch alles drin. Wenn Kittel, Jatta und Co. ihr Potenzial nicht nur einmalig abrufen, steht der Weg nach oben offen. Dabei ist es völlig überflüssig wegen Alidou jetzt wer weiß was für einen „Alarm“ machen. In diesem Punkt muß ich Walter einmal zustimmen. Kittel war der Lenker und Antreiber des Spiels.
Ich denke, wenn dieses Leistungsniveau stabilisiert werden kann ist alles drin. Gegen Ingolstadt wird es zu bestätigen sein.