Tim Walters Geduld könnte sich jetzt bezahlt machen

von | 20.09.21 | 104 Kommentare

Der HSV hat das Derby im Weserstadion gewonnen. Und das nach einem wirklich packenden Spiel. „Tore, Platzverweise, Emotionen und ein Regel-Blackout – nach einem tristen Erstliga-Nachmittag sorgte das erste Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV in der 2. Liga für einen packenden Fußball-Abend und die nicht ganz neue Erkenntnis, dass es im Unterhaus in dieser Saison oftmals brisanter zugeht als im Oberhaus“ schrieb beispielsweise die Deutsche Presse-Agentur – und ich finde, sie hat damit Recht. Ebenfalls völlig okay war und ist, dass die HSV-Fans diesen Moment einmal auskosten – schließlich haben sie allesamt viel lange darauf warten müssen, mal wieder ein solches Spiel zu gewinnen. Aber spätestens heute, zwei Tage nach diesem Derbysieg, stellt sich dann wieder die Frage: Wo steht der HSV heute?

Und damit meine ich nicht die ablesbare Tabelle der zweiten Liga, sondern den Stand der Mannschaft. Nichts ist ätzender, als nach so einem Erfolg im nächsten Step zu patzen. Denn dann kommen wieder die Stimmen auf, dass man Erfolge nicht richtig einordnen könne oder auch, dass es alles nur eine Momentaufnahme war. Letzteres zu widerlegen, das muss die Kernaufgabe für das Team sein, das am Sonnabend in Bremen ein gutes Spiel gemacht hat – zumindest knappe 60 Minuten lang. Denn danach wurde man entweder zu passiv – oder es waren tatsächlich die Kräfte, die nach dem Aufwand der ersten 45 bis 60 Minuten schwanden.

Wäre letzteres der Fall, was die Statistiken der Analysten zweifellos zeigen würden, müsste Trainer Tim Walter gegensteuern. Denn dann läuft der HSV weiterhin die große Gefahr, selbst gut begonnene Spiele wie in Bremen ob seiner Abschlussschwäche (siehe zweite Halbzeit Bakery Jatta) immer wieder zu gefährden und sogar noch abzugeben. Sollte es „nur“ die Abschlussschwäche sein, dann muss man machen, was man seit Wichen macht: an diesem Problem tagtäglich arbeiten. Oder zumindest fast tagtäglich, denn heute war frei.

Womit ich zu einem Punkt komme, den Marinus Bester (seinerzeit selbst HSV- und Werder-Stürmer) schon am Sonnabend nach dem Spiel auf der Couch ansprach: Warum kommen die Spieler des HSV nicht mal selbst auf die Idee, den physiologisch durchaus sinnvollen Erholungstag  zu kassieren und dem Trainer vorzuschlagen, dass man diesen Tag für derartige Sondereinheiten nutzt. Das birgt physiologisch sicher einen Nachteil. Aber sicher keinen, den man mit intensiverer Behandlung seitens der medizinischen Abteilung genauso sicher kompensieren ließe. Psychologisch hätte es obendrein den Vorteil, dass alle wüssten, auch nach so einem wichtigen Sieg nicht weniger sondern mehr gearbeitet zu haben. Ich weiß zumindest aus eigener Erfahrung, dass mir und meinen Mannschaften sowas immer gutgetan hat. Und damit meine ich nur die interne Wirkung. Die positive Außenwirkung für diese HSV-Mannschaft bei einer solchen Maßnahme lasse ich an dieser Stelle noch komplett unbeachtet.

Aber, um das an dieser Stelle auch einmal ganz klar zu sagen: Das ist eine „Kann“- und keine „Muss“-Aktion. Denn diesen freien Tag erlauben sich fast alle Profiteams fast jede Woche. Aus Gründen, die wissenschaftlich bewiesen sind. Wer sich schon einmal intensiver mit Trainingslehre beschäftigt hat, der weiß, dass der zweite Tag nach der Höchstbelastung der ist, an dem der Körper am meisten Regenerationsbedarf hat. Und der Trainer wird mithilfe seiner medizinischen Abteilung am besten abschätzen können, was die Mannschaft gerade braucht.

Dennoch würde ich eine solche Aktion dieser Mannschaft tatsächlich zutrauen. Und das meine ich als Kompliment. Denn durch eines besticht sie Woche für Woche immer wieder: durch Bereitschaft. Sie sind bereit, das laufintensive, anstrengende Spiel von Tim Walter zu spielen. Und das ohne rumzujammern. Weder offiziell noch inoffiziell habe ich bislang irgendwelche Vorbehalte vernommen – und das war in den letzten zehn Jahren fast jede Saison anders. Der Vorteil diesmal: Vorstand und Trainer geben eine Null-Toleranz-Haltung vor. Zudem gibt es die so genannten „Stars“ vergangener Spielzeiten auch gar nicht mehr, die sich wichtiger nehmen als das Ganze. Im Gegenteil: Die jungen Spieler sowie die, die aufstreben, sind beim HSV derzeit die Leistungsträger. Von Daniel Heuer Fernandes über Sebastian Schonlau, Moritz Heyer, Jonas Meffert und Robert Glatzel bis hin zu Jonas David, dem ich weiterhin ansteigende Form attestiere, obwohl ich weiß, dass viele das hier anders sehen. Dass er in Bremen der zweikampstärkste HSV-Spieler war ist dabei nur ein kleiner Punkt von vielen, die mich hoffen lassen, dass sich die Geduld von Trainer Tim Walter, an David festzuhalten, weiterhin auszahlt und irgendwann als Grundstock dafür gelten wird, weshalb David zum gestandenen Leistungsträger in der zweiten Liga wurde.

Vor allem aber ist mir trotz des schwerstmöglichen Ausfalls durch die Sperre für Sebastian Schonlau, den ich für das Gehirn des HSV-Teams halte, nicht bange für das Spiel am Sonntag gegen den 1. FC Nürnberg, wo der Trainer mit einem hoffentlich wieder vollständig gesunden Heyer und mit Mario Vuskovic zwei Alternativen für die Innenverteidigung hat. Neben David wohlgemerkt, der sich von Spiel zu Spiel weiterentwickelt. Und ich gebe zu, dass ich darauf hoffe, dass Walter auf den jungen Zugang Vuskovic setzen kann. Das klingt zwar in Kombination mit David noch etwas riskant – aber es könnte dank der Spielpraxis, die David inzwischen hat, gutgehen. Schon in diesem Fall würde sich auszahlen, dass der Trainer beharrlich geblieben ist.

Zumal der Trainer im Mittelfeld mit der Kombo Meffert/Kinsombi/Heyer endlich das Mittel gefunden zu haben scheint, seinem ebenso spektakulären wie riskanten Offensivfußball eine stabilere Defensivarbeit entgegenzustellen. Alle drei sind gelernt eher defensive Mittelfeldspieler, wobei Kinsombi und aktuell noch auffälliger auch Heyer durchaus auch Offensivqualitäten und Torgefahr besitzen. Selbiges unterstelle ich übrigens auch Ludovit Reis, wenn dieser sich denn endlich mal traut, nach vorn Risiko zu gehen. Defensiv darf der junge Niederländer gern weiter so hart ackern, wie er es eigentlich immer macht, wenn er auf dem Platz steht. Aber wie gesagt: Offensiv unterstelle ich ihm einfach mal die Fähigkeit, den finalen Pass zu spielen oder sogar selbst zum Abschluss zu kommen. Wenn er sich endlich mal traut…

Und: Wer am Sonnabend gesehen hat, wie sich alle Spieler – von der Nummer 1 bis zum letzten Bankspieler – nach Schlusspfiff wieder euphorisch jubelnd in den Armen lagen, der kann sich selbst ein Bild malen, wie intakt diese Truppe derzeit intern ist. Zudem scheint sich diese Truppe endlich im Klaren zu sein, dass Siege in dieser Zweiten Liga eben nichts Normales und nichts Erwartbares mehr sind, sondern immer 100 Prozent harte Arbeit voraussetzen. Denn die liefert der HSV. Immer mindestens 60 bis 70 Minuten. 

Mit anderen Worten: Der Weg des HSV in dieser Saison wird steiniger noch als in den letzten Jahren. Die Konkurrenz hat aufgeholt, während der HSV an individueller Qualität etwas abgebaut haben mag – dafür aber hat man sich als Kollektiv verbessert. Es gibt spielerisch und taktisch sicher weiter Optimierungsbedarf. Und den muss, kann und darf man auch genau so benennen. Genauso, wie man aber endlich auch loben darf, was eben schon stimmt.  Denn weder die Mannschaft und am wenigsten Walter scheinen zu früh zufrieden zu sein. Wer das nicht glaubt, der darf gern mal beim Training genauer zuschauen/hinhören oder sich mit den Spielern unterhalten.

In diesem Sinne, bis morgen! Da melde ich mich um 7.30 Uhr wieder mit dem MorningCall bei Euch und werde Euch dann am Abend neben allem Neuen rund um den HSV noch über ein paar Dinge in eigener Sache informieren bzw. Eich um Eure Meinung zu verschiedenen Themen bitten.

Bis dahin!

Scholle

Marcus Scholz

Marcus Scholz

Sportjournalist Marcus „Scholle“ Scholz hat sich in mehr als 20 Jahren als HSV-Reporter bundesweit als Gast in renommierten TV-Sendungen einen anerkannten Namen gemacht. Nach „Matzab“ und der „Rautenperle“, die Scholle beide zu digitalen Erfolgen pushte und sogar auf Rang 6 und 7 im nationalen Fußballblog-Ranking platzieren konnte, ist „MoinVolkspark“ sein erster komplett eigener Blog über den HSV. Zusammen mit einem Team aus jungen, hungrigen HSV-Freunden wird dabei wie zuletzt auch 24/7 auf unterschiedlichen Kanälen über den HSV mit den täglich neuesten News und Entwicklungen in Wort, Bild und Ton berichtet. Scholles Motto allein macht schon deutlich, worum es ihm hier geht: „Ein Tag ohne den HSV ist ein verlorener Tag.“

Über Moin Volkspark

Moin Volkspark – das ist ein Team aus jungen Menschen, die sich seit vielen Jahren mit dem HSV beschäftigen und ihre facettenreichen Fähigkeiten so einbringen, dass hier heute eine Plattform entsteht, die den Anspruch hat, HSV-Freunde und -Interessierte vollumfänglich zu informieren und zu unterhalten.

Das Ganze gepaart mit der Expertise des bekannten Sportjournalisten Marcus „Scholle“ Scholz, der beim HSV seit mehr als 21 Jahren 24/7 am Ball ist, bietet ein Maximalmaß an objektiver Informationen und  zeitgemäßer Unterhaltung. Ziel ist es, hier frischen, dynamischen Content zu bieten, der sich wohltuend von der allgemeinen Journaille abhebt.

Moin Volkspark ist aber nicht nur ein Ort, um sich zu informieren, sondern soll auch immer ein Ort des Austausches und des Miteinanders sein. Wir wollen eurer Leidenschaft einen Platz im Netz bieten: zum Diskutieren im Forum, zum Mitfiebern bei Live-Events. Und natürlich zum Mitmachen in unseren vielfältig angelegten Video-Formaten. Eure Freude, Eure Trauer, Euer Jubel und Eure Wut haben hier Ihren Platz, solange alles respektvoll formuliert und artikuliert wird.

Moin Volkspark steht für ein leidenschaftliches Miteinander und ist der Zusammenschluss dessen, was eigentlich schon seit langer Zeit zusammengehört.

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Fuxi
1 Monat zuvor

Meine Meinung hab ich schon in der Nacht zu Sonntag kundgetan, und hinter der stehe ich weiterhin.

Darum, wie immer, der Blick zu denen, die kein Geld für’s Fußballspielen bekommen (und die den Auswärtssieg in Bremen vorgemacht hatten, ganz nebenbei):

Unsere Regionalliga-Frauen mussten sich am Sonntag mächtig strecken, um die Tabellenführung zu behalten. Gegen den VfL Jesteburg gerieten sie nach 19 Minuten durch Ex-Rothose Tania Rocha Ferreira mit 0:1 in Rückstand. Die Leistung kann man daran ablesen, dass Trainer Lewe Timm zur Pause doppelt wechselte. Vielleicht war Stürmerin Diane Hennings noch nicht ganz so weit, wie er gedacht hatte, denn für sie kam Larissa Mühlhaus ins Spiel. Und die ehemalige Goalgetterin der B-Juniorinnen-Bundesliga Nord/Nordost erlöste den HSV in der 75. Minute mit dem 1:1. Damit knackte sie die Jesteburgerinnen, denn nur eine Minute später brachte Emilia Hirche die Rothosen mit 2:1 in Führung. Mühlhaus‘ zweiter Treffer in der Nachspielzeit sicherte dem HSV einen hart erkämpften 3:1-Sieg, dank dem sie weiter zwei Punkte vor Hannover 96 (6:1 bei Jahn Delmenhorst) und dem TuS Büppel aus Varel (3:2 gegen Holstein Kiel) liegen.

Für die Zweite heißt es in der Oberliga weiterhin Platz 4, drei Punkte hinter Ligaprimus ETV. Beim alten Rivalen Grün-Weiß Eimsbüttel gewann die Mannschaft von Daniel Kaul zum Abschluss des 4. Spieltags locker mit 5:0. Hannah Diekhoff (13.), Kathrin-Marie Thomsen (24.) und Lucy Schwark (45.) machten schon zur Pause alles klar. Zu Beginn des zweiten Durchgangs erhöhte Thomsen auf 4:0. Für den Schlusspunkt sorgte die 15-jährige Nancy Uerkvitz aus der 2. B-Juniorinnen-Mannschaft, die von ihrer Einwechslung bis zum Debüt-Tor nur 13 Minuten brauchte. Mit 28 Toren stellt der HSV weiterhin die treffsicherste Mannschaft der Liga, gefolgt vom ETV, bei dem 12 von 25 Toren auf das Konto von Hannah Paulini gingen. Die traf beim 8:2 in Eilbek vierfach.

Die U17 lauert in der Bundesliga weiter auf einen Ausrutscher von Tabellenführer VfL Wolfsburg, der allerdings bei Hertha Zehlendorf mit 5:0 gewann und sich weiter schadlos hielt. Der HSV unter Leitung von Niels Quante, der vom Frauen-Regionalligisten Walddörfer SV gekommen war, musste mehr zittern, als ihm lieb war. Zwar sorgten Melina Walheim (10.) und Lilly Krüger (15.) für ein vermeintlich komfortables 2:0, das Kim Steiger jedoch mit dem Anschlusstreffer drei Minuten später relativierte. Helena Gavrilovic sorgte scheinbar in der 53. Minute für die Vorentscheidung, die aber nach dem erneuten Anschlusstreffer von Melina Krüger per Strafstoß drei Minuten vor Schluss nochmal ins Wanken geriet. Die drei Punkte blieben zum Glück in Hamburg, und so beträgt der Abstand auf den Tabellendritten SV Meppen jetzt vier Punkte, nachdem der vorherige Dritte Union Berlin über ein 1:1 gegen Hannover 96 nicht hinauskam.

Wäre da nicht die Niederlage der männlichen U23 in der Regionalliga gegen Eintracht Norderstedt gewesen (2:3), hätte es angesichts des 3:1 der U19 bei Dynamo Dresden, des 3:0 im Nordderby gegen Werder bei der U17 und des 8:3 der 3. Frauenmannschaft in der Bezirksliga gegen Eidelstedt ein perfektes Wochenende werden können…

Micky
1 Monat zuvor

Spektakulör !

Da hüpf ich mir doch gleich den Arsch ab. So heiss war der HSV.
The „Incredible Walter“ hat mit seinem Team wieder erbarmungslos zugeschlagen.
Hamburg ist weiterhin in Schlagweite auf die ersten Drei Plätze.

Tim Walter ist wirklich das beste, was der HSV seit Martin Jol zu bieten hat.
Warum zum Teufel hat Boldt den nicht gleich geholt ?
Ach ja, fällt mir wieder ein; Ein Heyer konnte ja erst durch Thioune eingebracht werden.

Dennoch: Keine spektakulören Neubesetzungen in unserer HSV-Mannschaft und trotzdem wühlt sich der Verein langsam wieder nach oben. Glückwunsch an Boldt und Mutzel für diese nunmehr weitsichtig und erfolgreiche Vereinspolitik. So darf es weitergehen. Klar, mit ein bisschen Glück und Rückschläge einkalkuliert. Aber mit einem Tim Walter als Lenker und Denker für das Rasenspiel sollte es besser funktionieren. Vor allem diesmal in der Rückrunde, in der es darauf ankommt.

Inzwischen dürfte aber auch jedem klar sein, dass das eine extrem schwere Saison für den HSV wird. Sind diesmal wirklich starke Mannschaften am Start. Deshalb sollte man jeden Sieg auch als besonders bewerten. Schon geht’s wieder gegen starke Nürnberger.

Gut, die letzte halbe Stunde am Samstag Abend war jetzt nicht der Bringer. Hätte auch böse enden können. Die Einwechslungen haben ein ziemliches Chaos veranstaltet. Aber mir hat diesbezüglich mal der Jonas David gefallen (Scholle 👍). Sehr beherzter Einsatz. Und seine Übersicht wächst von Spiel zu Spiel.

An die Klugscheisser und Nörgler: Da Michael Zorc bei Dortmund nächstes Jahr aufhört, vielleicht könnte man ihn als beratenden SpoDi beim HSV für eine Weile einbinden. Der holt uns dann noch einen Haaland für den kommenden Aufstieg.😄
Und,dann das Geschwafel über den „riesigen Aufwand“, den das Team angeblich betreibt. Ich, finde den garnicht so riesig. Ist halt Leistungssport. Fans zahlen üblicherweise eine Menge Geld dafür. Hey, wir grooven uns damit auch für die Bundesliga ein. So what.

Von Anfang an war klar, dass wir auswärts in Bremen Federn lassen müssen (z.Bsp.Schonlau).Man wehrt sich endlich. Der HSV konnte sensationell dagegen halten. So läuft auch das „Spielglück“: Zu Null !
Nebenbei: 
Wir haben Wärda erstmal den Hahn abgedreht und den Rasen zertrampelt. 
Immerhin.

NUR der HSV !

Hühüpf !

Alex
1 Monat zuvor

Warum kommen die Spieler des HSV nicht mal selbst auf die Idee, den physiologisch durchaus sinnvollen Erholungstag zu kassieren und dem Trainer vorzuschlagen, dass man diesen Tag für derartige Sondereinheiten nutzt.

Soll das ein Witz sein? Die Spieler haben doch gerade erst durchgesetzt, dass Walter sein Erwachsenen-Training nur noch im Trainingslager und in den Länderspielpausen durchziehen darf. Da werden die HSV-„Stars“ einen Teufel tun, sich einen trainingsfreien Tag streichen zu lassen.

Außerdem ist es Blödsinn, diesen einen trainingsfreien Tag ausgerechnet in einer langen Trainingswoche (8 Tage bis zum nächsten Spiel) streichen zu wollen, anstatt dies in den vorherigen Wochen zu fordern, als es bis zu drei trainingsfreie Tage und entsprechend schlechte Leistungen gab.

Und überhaupt? Warum wird sowas bei einem Trainer gefordert, der verglichen mit seinen Vorgängern zu Beginn wie ein Bekloppter trainieren liess und erstmal auf das HSVeske Kegelniveau ausgebremst werden musste und nicht bei Pfeifen wie Thioune oder HecKing, die bis zu fünf trainingsfreie Tage spendiert haben? Durchschnaufen und so…

Gut gemeinter Rat: Einfach mal beim Training zuschauen.

Da hätte man heute nämlich sehen können, dass auf den Trainingsplätzen leider kein Ricardo Moniz mit Suhonen und anderen Talenten mit Individualtraining, Taktikschulung und anderem Zeugs beschäftigt war. Während klein Anssi nach seinem 5-minütigen Sinnlos-Einsatz gegen Bremen wahrscheinlich zu Hause vor der Playstation abhing und seine Freundin damit genervt hat, dass er gerne kicken würde, aber sein Arbeitgeber ihm keine Möglichkeit bietet.

bahrenfelder
1 Monat zuvor

Der Blogbeitrag ist ja gut gemeint, aber feiert eine Mannschaft nicht immer gemeinschaftlich einen Sieg. Vor allem wenn es in einem Derby ist. Da jetzt gleich große gemeinschaftliche Geschlossenheit zu erlesen, naja.
Es war ein Sieg gegen einen Mitkonkurrenten für den Aufstieg. Es war Bremen und damit etwas besonderes. Jetzt aber die Mannschaft schon wieder zu loben. Nein und das schrieb Scholle auch, es müssen weitere Siegen folgen. Nur Siege führen zum Erfolg und die müssen sein, wenn es der Wille des HSV ist nächste Saison in der 1. Liga zu spielen.

Schön war es aber trotzdem. Kann in der Rückrunde genauso weitergehen.

Zur Ankündigung von Morgen vermute ich mal, dass Scholle nicht mehr 24/7 sondern nur noch 24/6 oder gar24/5 für den HSV da ist.

Ehrlich gesagt, ich gönne dir Scholle, auch die ein oder zwei Tage Auszeit (wir oder die meisten hier zumindest, haben alle zwei Tage in der Woche frei). Nur schreib an Tagen wo beim HSV eh nichts los nichts und nicht an einem Tag hinter einem Spiel wie jetzt gerade nach Bremen. Auch wenn es dann nur ein kleiner Bericht ist, mit deinem Blitzfazit ist es völlig ok. Es passt einfach nicht zu diesem Blog mit den ganzen Ankündigungen (24/7), dass nach einem Spiel nichts erscheint. Ein bisschen ist mehr wie nichts. Mach eine 5 Tagewoche draus und wenn dann etwas außer dem Rahmen kommt ist es noch positiv anzuerkennen.

Fussballtrainer
1 Monat zuvor

Ein irregulär erzieltes Tor, das gut für den HSV, auch nicht gegeben wurde, ein Elfmeter, der keiner war und damit auch keine rote Karte, das ist kein Pech oder Glück, sondern sind Tatsachenentscheidungen des Schiedsrichters, der, wie ich finde in einem teils übermotiviert durchgeführten Fußballspiel, immer die Übersicht warte.
Ducksch hat sich eingehängt und dann im 16er fallen lassen. Zwangsläufig berühren sich dabei die Spieler und der ungeübte oder subjektive Betrachter erkenn auf Elfer, der Fachmann eben auf „weiterspielen“. Zumal Schonlau den Ball gespielt hat. Was der Schiri aber hätte machen müssen, das war ein klarer Rückpass von Schonlau auf den Torwart, indirekter Freistoß wäre die wirklich richtige Entscheidung gewesen.
Die beiden Rot-Gelben gehen wenn auch bei Schonlau traurig, in Ordnung!
Und nun zur nachlassenden Kondition der HSVer!
Wer hätte denn gedacht, dass die Bremer bei einem 0:2 in der 2. HZ nun voll auf Angriff gehen und alles aber auch wirklich alles in die Waagschale werfen? Niemand?
Und das Defensivspiel des HSV hat sich dabei wesentlich verbessert, da man auch jede Menge langer Hafer sehen konnte! Aber wenn sich die Möglichkeit ergab, spielte man von hinten raus und das nicht mal schlecht! Und da sind wir bisher allen Mannschaften überlegen.
Individuelle Fehler, das sind unsere Schwachpunkte. Beim Paulispiel von David, beim Bremenspiel von Heyer und Leiboldt z.B..
Das müssen wir abstellen, aber die Kondition und der Kampfgeist reichten bis zum Schluss.
Die Bremer haben nur verloren, weil sie die Torchancen nicht verwertet haben und kläglich vergaben?
Nun, der HSV hat gegen Pauli seine Chancen kläglich vergeben, gegen Dresden und gegen Darmstadt und Heidenheim ebenso! So was?
Das Quäntchen Glück muss halt beim Fußball immer mitspielen! Das hatten wir in den vergangene Saisons nicht auf unserer Seite! Jetzt schon.
Durch die Spielweise, die der HSV nun umsetzt, steigert sich übrigens der Marktwert der Spieler enorm! Bremen wird übrigens auf 54 Mio. geschätzt, der HSV auf 40 Mio.
Das wird sich bei weiteren Siegen drastisch ändern, da bin ich mir sicher.
Weiter so HSV und TW!
Übrigens sind die ersten beiden Trainerwechsel der 2. Liga schon wieder Geschichte! Möge der HSV diese Saison nicht auf diese Liste und in diese Lage kommen!
Nur der HSV!

Last edited 1 Monat zuvor by Fussballtrainer
Frank Müller
1 Monat zuvor

DURCHSCHNITT….
das Werder-spiel war von uns TEILWEISE gut, doch deswegen sind wir,
nüchtern betrachtet für Liga2 ein durchschnittsteam;
denn es läuft in den wenigsten fällen über 90 min so positiv FÜR uns.
schub durch führung in min2.(obwohl man beim HSV oft nach führung sogar in agonie verfällt)
letzte 20 min: gefühlt hat Brehm 5 x das leere tor verfehlt.
elfer gg uns ist uns erspart geblieben (obwohl es nach nochmaliger betrachtung
auch keiner war, hätte es so manch einer gepfiffen).
rücknahme des freistoßtores
wie kann man nach dieser schlußphase von kollektiver weiterentwicklung sprechen?
mental immer noch mehr als wackelig.
ein durchschnittsteam -> weil der kader gar nicht mehr hergibt.
es fehlt ein kreativer passpieler auf der 8 und ein knipser.
nmM würden wir MIT knipser und 8er sogar oben mitspielen.
durch handwerkliche vier großklöpse hat Boldt selbst den aufstieg unmöglich gemacht:
Terrodde, David/Leistner, 4. torwart, uneffektives MF

Polkateddy
1 Monat zuvor

Ole Werner schmeißt in Kiel hin. Damit hat Walter schonmal ein Schwergewicht hinter sich gelassen.

Kuddel
1 Monat zuvor

Kaum ist der Mentaltrainer weg, läufts offensichtlich ……. 😉

Rautenhopper
1 Monat zuvor

Das Spiel hat spass gemacht und war sicherlich wichtig für die stimmung und die mentalität.

Aber jetzt kommen die wichtigen spiele auch gegen weitere gegner die oben stehen. Dort gilt es die leistung und die resultate zu bestätigen.

Was mir ein wenig sorge bereitet ist der krasse leistungsabfall in der schlussphase gegen sandhausen ging es bei nahe schief aber auch gegen bremen. Ich will nicht wissen wie das spiel verlaufen wäre wenn füllkrug die 100% verwandelt hätte. Die mannschafte konnte wie nichts mehr ausrichten keine befreiung schaffen.

Viele kritisieren die freien tage oder wenn nur einmal trainiert wird aber eine optimale regenaration ist zum teil mehr wert als ein training vorallem bei übertraining bewirkt man das gegenteil und es gibt einen leistungsabfall

Goalero
1 Monat zuvor

Ich stimme Dir im wesentlichen zu. Was mir aber eindeutig fehlt ist ein Plan für die Phase der nachlassenden Physis in den letzten 20 Minuten. Und eine Frage bleibt : Warum stehen die Abwehrspieler immer auf einer Linie direkt vor dem Tor, wenn die gegnerische Mannschaft sich bis zur Grundlinie kombiniert hat und einen Pass an die Strafraumgrenze spielt? Das war jetzt schon mehrfach so und rappelt in der Regel im Karton..

JEANLUCHH
1 Monat zuvor

Super Blog, Scholle!
Danke!

Aber mal was ganz anderes:
Ich vermisse die gerappten/ gesungenen Spielberichte von Elvis!! Und andere bestimmt auch!

Gerade mach diesem Derbysieg wäre das doch das Tüpfelchen auf dem „i“ gewesen!!

Warum gibt es die nicht mehr?

Scholle, büdde büdde büdde!
Kümmer Dich doch mal darum!

Kai Lorenzen
1 Monat zuvor

Na ja Herr Scholz, ich kann mich noch sehr gut an Ihre Einschätzung bezüglich des letztjährigen Kaders erinnern. Das waren ähnliche Worte. Vielleicht haben Sie ja dieses Mal recht. Ist aber trotzdem noch zu früh, dieses beurteilen zu können, genau wie andere Dinge auch. Was mir für das Spiel gegen Nürnberg Magenschmerzen bereitet, ist der Ausfall von Schonlau. Der hat mir bisher in jedem Spiel gefallen.

Lars K
1 Monat zuvor

Scholle, ich finde in jedem Fall auch, dass David sich gegen Bremen ein Sonderlob verdient hat. Sehr solide LEistung hinten, auch wenn einige Pässe nach vorne verloren gingen. Und das gilt umso mehr, als David nach Schonlaus Abgang plötzlich in einer ringsum schwimmenden mannschaft hinten stehen musste. Hat mich überrascht, wie verlässlich er da geblieben ist im Vergleich zu den „gestandenen“ Spielern um ihn rum wie Leibold und Heyer.

gegen Nürnberg wird mir trotzdem schwummerig ohne Schonlau. David und Vuskovic, na gut, die haben jetzt wenigstens noch eine Woche Zeit, um sich darauf vorzubereiten. Sollten dann bitte in jedem Trainigsnspiel eine Einheit bilden.

WElche Option gibt es sonst? Heyer in die IV? Vielleicht vermissen wir ihn dann vorne weniger als hinten. Vielleicht eine Chance für Doyle vorne, wenn Heyer hinten steht?? Nürnberg ist jedenfalls keine Laufkundschaft, bei denen läuft es gerade gut.

joejoe
1 Monat zuvor

Langsam aber sicher muss Jonas David das in ihn gesetzte Vertrauen zurückzahlen.
Meiner Meinung nach ist er immer noch Praktikant, und die anderen Verteidiger scheinen sehr darauf bedacht, ihm nicht zuviel Verantwortung zuzumuten – die gelben Karten für Schonlau und Heyer gehen für mich auch darauf zurück, dass da „nur“ noch David war und man die Karte gezogen hat. Im Aufbauspiel ist er auch eine Schwachstelle, sucht größtenteils den sicheren Pass wodurch uns ein Aktivposten im Aufbau fehlt und wir leichter zuzustellen sind.
Nächstes Spiel wird für mich entscheidend für ihn: Vuskovic wird sich zeigen können – und falls David auch im 9. Spiel nicht vollends überzeugt, könnte – und sollte – die Luft dünn werden. Zurecht – man sollte jungen Spielern Zeit geben, aber es waren dann mit Pokal 10 Spiele und das Leistungsprinzip muss weiterhin gelten. Zumal Vuskovic ja auch ein junger Spieler ist und seine Chance verdient hat.
Versteht mich nicht falsch, habe nichts gegen David und denke auch nicht, dass er ein Gidi 2.0 wird – er hat auf jeden Fall Qualität und wir können froh sein, über einige gute, entwicklungsfähige Innenverteidiger zu verfügen für den Platz neben Schonlau.

horst schlau
1 Monat zuvor

Und wieder hat Scholle vollmundig verlauten lassen, das das Tippspiel am kommenden Montag (also heute !!!) auf dem aktuellen Stand ist !

Also wenn ich so in die Rangliste schau, sehe ich da keine Aktualisierung !?!

Gruß

horst schlau
1 Monat zuvor

Ganz nach dem Motto was lange währt wird ….. 😉😎😎😎

Fussball-Magier
1 Monat zuvor

Jetzt wird nach 2 Siegen schon wieder alles hochgelobt – die Spiele waren erfolgreich, OK aber es ist noch zu früh um sich zurück zu lehnen.

Falls die nächsten drei Spiele gewonnen werden – darf man hüpfen.
Dann mache ich sogar mit.

alwaysHSV
1 Monat zuvor

Was ich noch mal vorschlagen würde : wenn man einen Freistoß gegen sich hat wie bei der Situation als Ducksch den vermeintlichen Ausgleich erzielte, in dieser wirklich gefährlichen Entfernung und Lage und zusätzlich weiß, dass der Gegner einen so hervorragenden Freistoßschützen hat, warum stellt der Torwart dann nicht einen Mitspieler auf die Linie? Offenbar war Kittel diese Idee ja auch noch gekommen aber wohl deutlich zu spät. Hätte er da gleich gestanden hätte er den Ball wohl wegköpfen können.
Die Reaktion des Schiris war so dann nicht unbedingt zu erwarten. Auch wenn die Regel so ist würde es wohl kaum jeder Schiedsrichter abpfeifen.

adalgisa
1 Monat zuvor

Dieser Euphorie kann ich nicht folgen. Einer guten Leistung mit einer nicht unverdienten Führung folgten ab Mitte HZ 2 25 Minuten wilden Spiels, in dem die Bremer im Minutentakt zum Toreschießen eingeladen wurden. Die Spielkontrolle wurde komplett abgegeben. Die Mannschaft spielte stur ihren Stiefel herunter. Harnik hat da völlig recht, wenn er bemängelte, daß es auf die veränderte Spielsituation (u.a. Platzverweis) keine angemessene Reaktion gab, keinen Plan B. Mit diesem „Harakiri-Fußball“, der leider immer beliebter zu werden scheint, werde ich mich nicht anfreunden können.

OhnezuRuppen
1 Monat zuvor

Ups, Gajsula mit Note 2 in der Kicker-Elf der Woche…
Na ja, bei der Ausbildung und als Säule.

Bastrup
1 Monat zuvor

Unsere letzten Trainer sind allesamt gut bis sehr gut gestartet. Dann kamen sie alle an einen Punkt, da die gegnerischen Teams unser System „entschlüsselt“ hatten. Was sich sogleich recht deutlich in den Ergebnissen niederschlug.

Ich habe die Hoffnung, dass es etwas schwieriger ist, eine adäquate Antwort auf das TW System zu finden. Mein Fußballsachverstand reicht nicht aus, um das schlüssig zu begründen. Ist nur eine Hoffnung.
Wir werden es erleben.

Aradia
1 Monat zuvor

Guten Morgen.

War die Attacke auf unseren Tormann Absicht?
Wollte man ihn aus dem Spiel hauen um das
System zu zerstören?
Ich fasse es nicht das Sportler den Verstand verlieren.
Nun…..er wurde bestraft und einen Tag später, beim Training,
schlug die heilige Maria zu.
Der Werderaner erlitt eine schwere Knie Verletzung und wird
im Mittelfeld lange ausfallen.

Über Tim Wiese zu schreiben….na sein Zorn ist grenzenlos. 🙂 🙂

Unser HSV scheint sich gefangen und Walters System verwirrt
den Gegner und wird von unseren Spielern so weit sie können
angenommen. Nur das Erkennen von Erschöpfung und das
damit verbundene einwechseln müsste Walter noch lernen.

Meine Panik entspannt sich allmählich.
Schönen Tag euch.

hsverffm
1 Monat zuvor

Hallo.
es gibt ein Fehler im Tippspiel…..da steht 2x Kiel.