Schnappt sich der HSV einen Ex-Paulianer?

von | 31.12.20 | 1 Kommentar

So, die Weihnachtspause ist vorbei. Und weiter geht es. Auch hier in der Rautenperle werde ich mich bis zum Jahreswechsel natürlich weiterhin bemühen, Euch auf dem aktuellsten Stand zu halten. Zumal der HSV am Sonntag schon wieder spielt. Das fühlt sich zwar irgendwie komisch an, da vom Bio-Rhythmus des Profifußballs her jetzt eigentlich erst einmal eine kurze Vorbereitungsphase mit Trainingslager kommen müsste, in der dann ausgiebig über potenzielle Zu- und Abgänge gesprochen wird. Aber wie gesagt – dieses Jahr ist cornonabedingt eben alles anders. „Normalerweise begrüßt man seine Spieler am ersten Trainingstag nach der Winterpause mit einem freundlichen ‚frohes Neues‘. Diesmal nicht“, sagte uns Trainer Daniel Thioune heute nach der ersten Einheit, die nach etwas mehr als 75 Minuten auf dem Platz beendet war, lachend. Mal runterkommen, etwas entspannen. „Etwas Quality-Time mit der Familie“, so Thioune. Mehr sei dieses Jahr eben nicht drin.

HSV plant, Kader noch einmal zu verändern

Viel an Fitness verlieren konnten seine Spieler in den gerade sechs freien Tagen dabei nicht. „Man konnte heute sehen, dass sie fit sind“, so der HSV-Coach, der in den nächsten fünf Tagen noch sechs Trainingseinheiten angesetzt hat, bis es am Sonntag im Volksparkstadion gegen Jahn Regensburg wieder um Punkte geht. Gefühlt ist es ein fließender Übergang von Hin- auf Rückrunde. Wobei man eben auch nicht vergessen darf, dass bis jetzt gerade erst 13 Spieltage absolviert sind und dementsprechend noch 21 weitere in den nächsten. Ob der Kader ausreichend gut aufgestellt sei, wollten wir von Thioune wissen. Und der antwortete, dass er mit all seinen Spielern zufrieden sei, obgleich er bei vielen noch deutlich Steigerungspotenzial sieht.

Fakt ist, dass der HSV im Winter noch die eine oder andere Veränderung im Kader vor sich hat. So hofft man es zumindest. Xaver Amaechi soll in England bleiben und dort bei einem neuen Klub auf Leihbasis Spielpraxis sammeln. Und auch sonst stehen noch Veränderungen an. „In den Kader kommt ja vielleicht noch ein bisschen Bewegung“, wollte Trainer Daniel Thioune zwar noch nicht zu deutlich werden, „aber ich weiß gar nicht, ob wir zwingend nachsteuern müssen. Ich bin im Hier und Jetzt, arbeite mit denen, die mir zur Verfügung stehen.“ Eine Liste mit möglichen Verstärkungen habe er jedenfalls nicht beim Sportvorstand eingereicht.

Dafür gibt es in der Kabine allerdings gleich ein paar Spieler, die zuletzt nicht mehr eingesetzt wurden und nach Veränderungen Ausschau halten. „Aber ich möchte nicht fünf Spieler abgeben und fünf Neue hinzubekommen“, so Thioune. Einer dieser Spieler, die nach neuen Aufgaben Ausschau halten, ist Lukas Hinterseer. Und der fehlte heute ebenso wie Daniel Heuer Fernandes und Toni Leistner wegen einer Erkältung. „Sie werden aber zeitnah wieder einsteigen und uns am Wochenende zur Verfügung stehen“, so Thioune. Ob das dann auch noch für Hinterseer gilt ist offen. „Er hat das Problem, dass Simon Terodde es einfach zu gut macht und dahinter Manuel Wintzheimer kommt. Zudem bietet Bobby Wood mir ein anderes Profil“, erklärt Thioune heute mehr oder weniger durch die Blume, dass sich Hinterseers Einsatzchancen auch mit Beginn der Spiele nach Weihnachten nicht verbessert haben. Im Gegenteil sogar: Denn wenn stimmt, was wir erfahren haben, dann sucht der HSV sogar noch nach weiteren Offensivspielern. Grund genug für Hinterseer, sich aktv umzusehen.

HSV und St. Pauli wollen Mats Möller Daehli

Neben Stuttgarts Erik Thommy wurde heute auch der ehemalige St. Paulianer Mats Möller Daehli von verschiedenen Medien genannt. Letztgenannter stand beim HSV schon vor einem Jahr hoch im Kurs, wechselte aber nach Saisonende für 2,5 Millionen Euro zum viermaligen belgischen Meister KRC Genk, wo er bis 2023 unterschrieben hat. In dieser Saison stehen allerdings nur fünf Teileinsätze zu Buche.  Seit Anfang Oktober wurde der 25-jährige Norweger nicht einmal mehr in den Spieltagskader berufen. Dennoch scheint Genk den offensiven Mittelfeldspieler, den auch der FC St. Pauli gern per sofort verpflichten würde, noch zu viel Ablösesumme zu fordern. Ein Leihgeschäft, wie es der Kiezklub angefragt haben soll, sei für die Belgier nicht so interessant. Das schreiben zumindest meine Kollegen von der Mopo.

Und da beim HSV neben Hinterseer und Amaechi auch Spieler wie Gideon Jung und Jonas David sportlich nicht gebraucht werden, bleibt es spannend, wann sich das Transferkarussell beim HSV richtig in Gang setzt. Amaechi ist nahezu sicher weg. Allerdings spart der HSV hier wenig Gehalt und nimmt mit Sicherheit nichts ein. Das allerdings  muss passieren, damit der HSV auf dem Markt noch einmal nach Verstärkungen greifen kann. Dass man das anstrebt, machte Sportvorstand Jonas Boldt jüngst noch einmal deutlich: „Als ambitionierter Zweitligist hast du auch Luft nach oben. Wenn sich etwas ergibt, was wir für sinnvoll halten, dann schlagen wir zu. Stillstand ist immer Rückschritt. Wir halten die Ohren und Augen offen.“ Ich auch.

Allerdings bin ich in diesen Tagen immer gleich an mehreren Baustellen tätig, da neben der Aktualisierung her auch das neue Portal fertiggestellt werden muss. Wie Ihr hier wahrscheinlich längst alle mitbekommen haben werdet, werde ich ab dem 1. Januar ein neues Projekt starten. Wo und wie genau das vonstatten geht, das werde ich her erläutern. Wobei ich noch eine Sache loswerden muss: Die Rautenperle gehörte nicht mir – und auch in Zukunft nicht mir. Ich habe sie inhaltlich zwar immer mit viel Herzblut so geführt, als wäre es meine. Aber rechtlich gesehen ist sie es nicht. Ergo: Entscheidungen hierüber kann ich allein nicht fällen. Ich konnte die Rautenperle auch nicht einfach weiterführen. Aber das nur auf die enttäuschte Frage einiger Userinnen und User hier, weshalb ich nicht um Eure (finanzielle) Hilfe gebeten habe, damit die Rautenperle weiter existiert. Es war eine alternativlose, gemeinsam getroffene Entscheidung.

Das ist nach diesen drei (trotz des sportlichen Misserfolges des HSV) schönen Jahren einerseits sehr schade. Aber es ist eben auch eine riesengroße Chance! Denn es eröffnet mir im selben Atemzug die Möglichkeit, etwas Neues zu machen und Dinge zu verändern, die schon Gewohnheit waren. Ob das am Ende besser wird? Keine Ahnung. Das kann ich nicht garantieren. Aber ich kann versprechen, dass wir im neuen Blog keinen Milliliter weniger Herzblut einbringen werden. Ganz im Gegenteil! Aber dazu in den nächsten Tagen mehr…

Ich verabschiede mich jetzt erst einmal für heute. Bis morgen!

Scholle

Marcus Scholz

Marcus Scholz

Sportjournalist Marcus „Scholle“ Scholz hat sich in mehr als 20 Jahren als HSV-Reporter bundesweit als Gast in renommierten TV-Sendungen einen anerkannten Namen gemacht. Nach „Matzab“ und der „Rautenperle“, die Scholle beide zu digitalen Erfolgen pushte und sogar auf Rang 6 und 7 im nationalen Fußballblog-Ranking platzieren konnte, ist „MoinVolkspark“ sein erster komplett eigener Blog über den HSV. Zusammen mit einem Team aus jungen, hungrigen HSV-Freunden wird dabei wie zuletzt auch 24/7 auf unterschiedlichen Kanälen über den HSV mit den täglich neuesten News und Entwicklungen in Wort, Bild und Ton berichtet. Scholles Motto allein macht schon deutlich, worum es ihm hier geht: „Ein Tag ohne den HSV ist ein verlorener Tag.“

Über Moin Volkspark

Moin Volkspark – das ist ein Team aus jungen Menschen, die sich seit vielen Jahren mit dem HSV beschäftigen und ihre facettenreichen Fähigkeiten so einbringen, dass hier heute eine Plattform entsteht, die den Anspruch hat, HSV-Freunde und -Interessierte vollumfänglich zu informieren und zu unterhalten.

Das Ganze gepaart mit der Expertise des bekannten Sportjournalisten Marcus „Scholle“ Scholz, der beim HSV seit mehr als 21 Jahren 24/7 am Ball ist, bietet ein Maximalmaß an objektiver Informationen und  zeitgemäßer Unterhaltung. Ziel ist es, hier frischen, dynamischen Content zu bieten, der sich wohltuend von der allgemeinen Journaille abhebt.

Moin Volkspark ist aber nicht nur ein Ort, um sich zu informieren, sondern soll auch immer ein Ort des Austausches und des Miteinanders sein. Wir wollen eurer Leidenschaft einen Platz im Netz bieten: zum Diskutieren im Forum, zum Mitfiebern bei Live-Events. Und natürlich zum Mitmachen in unseren vielfältig angelegten Video-Formaten. Eure Freude, Eure Trauer, Euer Jubel und Eure Wut haben hier Ihren Platz, solange alles respektvoll formuliert und artikuliert wird.

Moin Volkspark steht für ein leidenschaftliches Miteinander und ist der Zusammenschluss dessen, was eigentlich schon seit langer Zeit zusammengehört.

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HamburgerSV
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8 Monate zuvor

Moin Scholle, viel Erfolg.