Hunt kann für den HSV wichtig sein, wenn…

von | 15.01.21

Es ist einfach nicht das Gleiche, so fast komplett ohne Reaktionen. Keine Kommentare, über die man sich ärgern kann. Keine Kommentare, die einen erfreuen. Und ebenfalls keine, die einen zum Nachdenken anregen. Aber: Das ist bald vorbei. Voraussichtlich im Laufe der nächsten Woche – geplant ist schon Anfang der Woche –  wird die Registrierung freigeschaltet sein. Mit allem, was dazugehört, um wirklich nur diejenigen zuzulassen, die hier darauf aus sind, gemeinschaftlich über den HSV zu diskutieren. Gern kontrovers – aber immer mit Respekt. Und darauf freue ich mich ebenso, wie auf den morgigen Blog von meinem Freund und Experten Dr. Olaf Ringelbandt. Denn Olaf hat mir in weiser Voraussicht, dass diese Woche das Thema Nachwuchsförderung mal wieder hoch im Kurs stehen wird, ein sehr gutes Beispiel gefunden, wie das funktionieren kann. Aber dazu morgen mehr. Heute will ich auf eine Whattsapp eingehen, die ich zugeschickt bekommen habe. Ich zitiere:

Hey Scholle,

vielen Dank, dass Du weitermachst. Und auch wenn noch nicht alles fertig ist gefällt mir der neue Blog schon sehr gut. Selbst wenn Du Aaron Hunt so abfeierst wie gestern. Das kann ich aber nicht nachvollziehen. Du doch auch nicht, oder? Wir brauchen keinen alten Mann, der immer verletzt ist und Millionen kostet. Dann lieber Jungs wie Kwarteng reinwerfen. Oder mal länger Kittel vertrauen. Wir brauchen nur einen Nachfolger. Dann kann Hunt gehen. LG, XXXXX

Okay, wie oben erwähnt, diskutiere ich gern kontrovers, wenn ich das Gefühl habe, dass es etwas bringen kann. Wie in diesem Fall, denn der Verfasser dieses kurzen Textes hat nicht mal in allen Punkten eine andere Meinung als ich. Vor allem spiegelt diese Auffassung durchaus die einer wachsenden Mehrheit wieder, die Hunt nicht mehr auf dem Platz sehen will. Ich zähle übrigens absolut NICHT dazu. Denn ich glaube weiterhin, dass Hunt eine ganz entscheidende Rolle spielen kann. Zumindest dann, wenn er seine neue Rolle annimmt. Und die ist nicht in der Startelf. Also nicht als gesetzter Spieler.

Hunt ist mit seiner Erfahrung in wichtigen Phasen ein wichtiger Spieler. Er kann das Spiel beruhigen, wenn es hektisch wird. Und er kann dem Spiel neue Impulse geben, wenn mal nichts geht. Aber eben zu selten noch über 90 Minuten. Und so angenehm sein heutiges Interview in der BILD auch zu lesen war, so wenig glaube ich daran, dass Hunt über eine ganze Serie hinweg fit bleibt. Das hat zumindest die Vergangenheit so gezeigt.

Aktuell fühlt sich der Techniker nach eigener Aussage  gesund und fit. Und ich glaube ihm das. Im Training wirkt Hunt frisch und motiviert – und ich glaube, dass das dem Umstand geschuldet ist, dass Hunt in den letzten sieben Spielen nur viermal länger als 60 Minuten auf dem Platz stand.  Oder anders formuliert: Der 34-Jährige wird seinem Fitnessstand angemessen eingesetzt. Denn wie überall im Leben entwickelt sich alles bis zu einem gewissen Punkt nach oben – und dann geht alles in die entgegengesetzte Richtung. Mal langsamer, mal schneller. Und bei Hunt geht es sicher nicht weiter nach oben. Er hat seine besten Tage hinter sich. Zumindest kann er sie nicht mehr in der Konstanz abrufen, wie es früher bei ihm – und heute bei den jüngeren Spielern der Fall ist. Das ist auch nicht ehrrührig. Das ist einfach nur normal.

Von daher hoffe ich darauf, dass Hunt die Zeichen seines Trainers richtig zu deuten weiß und nur dann als Aktiver in Hamburg bleibt, wenn er seine neue Rolle als Backup mit leistungsbezogenem Vertrag annimmt. Denn in der Rolle ist er jetzt schon wichtig. Zumindest können sich jüngere Spieler durchaus an ihm und seiner Erfahrung orientieren. „Er ist ruhig, weil er natürlich gern mehr spielen will. Wie alle anderen auch“, hat mir ein junger HSV-Profi über ihn gesagt. Aber Hunt hätte eben immer auch ein offenes Ohr, wenn er gefragt wird. Gerade für die Jungen im Team. Soll heißen, aktuell ist Hunt das, was man sich von ihm noch erhoffen darf. Einer, der den Laden zusammenhält und da ist, wenn er mal gebraucht wird. Nicht mehr als Anführer über 90 Minuten, aber eben immer wieder mal, wenn es nicht läuft Und Fakt ist auch, dass Hunts Wort im Team Gewicht hat. Auf ihn wird gehört.

Übrigens auch in der Angelegenheit Bakery Jatta, die von den Kollegen erneut thematisiert wird. Die Professorin, die Jattas Bewegungsabläufe analysieren soll, wird dabei sogar im Foto gezeigt. Bitter für die Professorin, die sich auf einen Shitstorm vorbereiten sollte. Aber wie schon mal erwähnt: Ich mache Jattas Identität hier nicht mehr zum Thema, weil es für mich keines mehr ist. Völlig unabhängig von jedwedem Ergebnis hat der HSV-Angreifer in den letzten Monaten und Jahren mehr als genug durchleiden müssen. Härter dürfte nicht einmal der Beweis des kompletten Vorwurfes bestraft werden.

Ansonsten gab es heute kein Training. Dementsprechend ruhig ist es beim HSV sportlich, während der Denver Clan für Arme hinter den Kulissen weiter Vollgas gibt. Aber auch das interessiert mich erst wieder, wenn sich daraus Neuigkeiten für den HSV ergeben oder das Theater negativen Einfluss auf die sportliche Situation hat. Bislang konnten Thioune, Hunt, Leistner, Terodde und Co. das Ganze intern so moderieren, dass der Fokus im Team sportlich bleibt. Und ich bin mir sicher, dass das gerade jetzt vor dem Duell mit Thiounes starkem Ex-Arbeitgeber so bleiben wird. Und das ist sehr gut so. Apropos: Ebenfalls richtig gut ist der Artikel von Dr. Olaf Ringelbandt, den ich Euch morgen Abend nach dem Bundesligafußball hier reinstellen werden. Ich freue mich schon darauf!

Bis morgen!

Scholle

Marcus Scholz

Marcus Scholz

Sportjournalist Marcus „Scholle“ Scholz hat sich in mehr als 20 Jahren als HSV-Reporter bundesweit als Gast in renommierten TV-Sendungen einen anerkannten Namen gemacht. Nach „Matzab“ und der „Rautenperle“, die Scholle beide zu digitalen Erfolgen pushte und sogar auf Rang 6 und 7 im nationalen Fußballblog-Ranking platzieren konnte, ist „MoinVolkspark“ sein erster komplett eigener Blog über den HSV. Zusammen mit einem Team aus jungen, hungrigen HSV-Freunden wird dabei wie zuletzt auch 24/7 auf unterschiedlichen Kanälen über den HSV mit den täglich neuesten News und Entwicklungen in Wort, Bild und Ton berichtet. Scholles Motto allein macht schon deutlich, worum es ihm hier geht: „Ein Tag ohne den HSV ist ein verlorener Tag.“

Über Moin Volkspark

Moin Volkspark – das ist ein Team aus jungen Menschen, die sich seit vielen Jahren mit dem HSV beschäftigen und ihre facettenreichen Fähigkeiten so einbringen, dass hier heute eine Plattform entsteht, die den Anspruch hat, HSV-Freunde und -Interessierte vollumfänglich zu informieren und zu unterhalten.

Das Ganze gepaart mit der Expertise des bekannten Sportjournalisten Marcus „Scholle“ Scholz, der beim HSV seit mehr als 21 Jahren 24/7 am Ball ist, bietet ein Maximalmaß an objektiver Informationen und  zeitgemäßer Unterhaltung. Ziel ist es, hier frischen, dynamischen Content zu bieten, der sich wohltuend von der allgemeinen Journaille abhebt.

Moin Volkspark ist aber nicht nur ein Ort, um sich zu informieren, sondern soll auch immer ein Ort des Austausches und des Miteinanders sein. Wir wollen eurer Leidenschaft einen Platz im Netz bieten: zum Diskutieren im Forum, zum Mitfiebern bei Live-Events. Und natürlich zum Mitmachen in unseren vielfältig angelegten Video-Formaten. Eure Freude, Eure Trauer, Euer Jubel und Eure Wut haben hier Ihren Platz, solange alles respektvoll formuliert und artikuliert wird.

Moin Volkspark steht für ein leidenschaftliches Miteinander und ist der Zusammenschluss dessen, was eigentlich schon seit langer Zeit zusammengehört.

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