HSV sichert sich nach hartem Gang Rang drei und die Relegation
Der HSV steht in der Relegation zur Ersten Bundesliga und trifft dort am Donnerstag (18. Mai) und am 23. Mai auf Hertha BSC und Trainer Felix Magath. Das Team von HSV-Coach Tim…

Der HSV steht in der Relegation zur Ersten Bundesliga und trifft dort am Donnerstag (18. Mai) und am 23. Mai auf Hertha BSC und Trainer Felix Magath. Das Team von HSV-Coach Tim Walter gewann beim FC Hansa Rostock nach einem sehr harten Kampf mit 3:2 und behauptete damit den dritten Rang in der 2. Liga. „Was wir für eine Saison spielen, ist richtig gut“, lobte HSV-Kapitän Sebastian Schonlau sein Team. Torjäger Robert Glatzel stimmte ein: „Unglaublich, unbeschreiblich!“
Vor 26 000 begeisterten Zuschauern im ausverkauften Ostseestadion brachte Rechtsverteidiger Nico Neidhart die Rostocker nach starker Vorarbeit des ukrainischen Stürmers Danylo Sikan in Führung (13. Minute). Glatzel glich per Aufsetzerkopfball mit seinem 22. Saisontreffer aus (50.). Schonlau (75.) und der eingewechselte Mikkel Kaufmann (85.) erhöhten auf 3:1. In der Nachspielzeit verkürzte dann noch einmal Lukas Fröde auf 2:3 (90. +1).
Nach drei vergeblichen Anläufen hat der HSV die kaum noch für möglich gehaltenen Chance auf Rückkehr in die Erstklassigkeit somit gewahrt. Schonlau: „Heute freuen wir uns über den dritten Platz. Wir haben es endlich mal geschafft. Und dann geht's Vollgas nach Berlin.“ Und Glatzel ergänzte: „Unglaublich, das ist echt unbeschreiblich, aber symptomatisch für unsere Saison“, jubelte Robert Glatzel nach dem verrückten 3:2 Erfolg an der Ostsee am Sky-Mikrofon: „Alle haben uns abgeschrieben. Wir haben nie aufgegeben und sind zurückgekommen.“ In die Relegation gegen Hertha BSC mit Trainer Felix Magath gehe sein Team mit der Erwartung, „dass wir aufsteigen werden, ganz klar. Wir glauben fest dran.“
Daniel Heuer Fernandes: Fehlerfrei hielt er den HSV auf der Siegerstraße, als er unmittelbar nach dem 2:1-Führungstreffer parierte. Auf ihn ist Verlass. Note: 2
Josha Vagnoman (bis 65.): Vorne links – das geht gar nicht. Ihn vor Muheim rauszunehmen ging allerdings noch weniger. Note: 4
Faride Alidou (ab 65.): Zwei Defensivaktionen in der Schlussphase waren seine besten – ansonsten fand er wieder nicht statt. Dass Walter ihn immer wieder bringt, sollte er dem Trainer persönlich extrem hoch anrechnen. Note: 5
Sebastian Schonlau: Die Defensive bröckelt zusehends, aber er war dann vorn der Mann, der diesen Sieg mit seinem 2:1-Treffer mit einleitete. Note: 3
Mario Vuskovic: Defensiv bester Mann in der Viererkette – und das, obwohl er lange nicht so gut spielte, wie zuletzt noch. Offensiv mit seiner Flanke auf Glatzel ebenfalls sehr wichtig. Note: 3
Miro Muheim: Katastrophenauftritt. Ich hätte ihn nach zehn Minuten runtergenommen, nachdem er wiederholt nur getrabt anstatt gesprintet ist. Zudem hatte er sichtbar Probleme, mit dem Druck umzugehen. Was bitte sehen die HSV-Verantwortlichen aus ihren 300 verschiedenen Blickwinkeln??? Oder besser: Was alles sehen sie nicht?? Und nur, weil ich Note: 5-
Joinas Meffert: Er braucht zurzeit immer eine Weile, um ins Spiel zu finden. Auch heute. Insgesamt nicht so souverän wie sonst. Note: 4
Moritz Heyer: Wurde immer wieder überlaufen, fand offensive keinen Zugang – das war zu wenig. Note: 4
Ludovit Reis: Er kämpft vorbildlich, aber ihm fehlt zu oft noch die Inspiration nach vorn. Dennoch ist seine Power wichtig für den HSV, der im Mittelfeld und offensiv heute zu langsam wirkte. Note: 3
Bakery Jatta (bis 89.): Er war von den Rostockern fast durchgehend zugestellt. Und dieses Spiel zeigte, wie abhängig der HSV offensiv von dem Gambier und dessen Tempoläufen ist. Er wurde ausgewechselt, damit er sich nicht noch die fünfte Gelbe abholt und gesperrt ausfällt. Note: 4
Jonas David (ab 89.): Dabei.
Robert Glatzel (bis 89.): Er war eine ganze Halbzeit ohne jede Wirkung – dann stach er zu und öffnete dem HSV die Tür, die zugemauert zu sein schien. Note: 3
Manuel Wintzheimer (ab 89.): Dabei.
Sonny Kittel (bis 79.): Heute nicht so schwach, dass er runter musste. Er wollte Führung übernehmen und das Spiel lenken. Aber leider gelang ihm das auch nicht so effektiv, wie man es von ihm gebraucht hätte. Note: 4
Mikkel Kaufmann (ab 79.): Er kam, sah und traf. Was für ein Traumtor des Dänen, dem ich das sehr gönne. Kommt sehr spät noch mal ins Rollen und könnte noch sehr wichtig werden. Wie heute. Note: 2
Trainer Tim Walter: Falsche Entscheidung vor dem Spiel, falsche Entscheidung während des Spiels. Muheim war eine Fehlbesetzung. Ihn aber länger als 10 Minuten auf dem Platz zu lassen, war noch schlimmer. Dazu dann auch noch den seit Monaten außer Form befindlichen Alidou auf die linke Seite zu Muheim zu stellen, anstatt Vagnoman zurückzuziehen, Muheim raus und wenigstens defensiv gut zu stehen - das war der Todesstoß für alle Bemühungen über die linke Seite. Dass der Trainer an Mikkel Kaufmann unbeirrt festhält, scheint sich tatsächlich noch mal auszuzahlen. Und ich rechne es gegen die Fehler von heute. Dass seine Mannschaft diese Comeback-Qualitäten auch heute im letzten Saisonspiel wieder einbringt, spricht ebenfalls für Walters Zugang zum Team und seine stoische Art. Daher keine glatte 5, sondern Note: 4
Die Statistik zum Spiel:
FC Hansa Rostock: Kolke - Rizzuto (40. Schwede), Malone, Roßbach, Neidhart (58. Meier) - Bahn, Fröde, Rhein, Ingelsson (76. Omladic) - Verhoek (76. Munsy), Sikan (58. Breier)
HSV: Heuer Fernandes - Heyer, Vuskovic, Schonlau, Muheim - Meffert, Reis, Vagnoman (65. Alidou) - Jatta (89. David), Glatzel (89. Wintzheimer), Kittel (79. Kaufmann)
Tore: 1:0 Neidhart (13.), 1:1 Glatzel (50.), 1:2 Schonlau (75.), 1:3 Kaufmann (85.), 2:3 Fröde (90.+1)
Zuschauer: 26.150
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
Gelbe Karten: Sikan (41.), Verhoek (65.) / Alidou (80.)
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